
Ausstellungseröffnung „ORTSZEIT – Maurinmühle“
Am 17. Mai 2026 um 16 Uhr wird die Ausstellung „ORTSZEIT – Maurinmühle“ im Kloster Rehna eröffnet. Es ist die inzwischen sechste Ausstellung zu Maurinmühle des ORTSZEITen-Kollektivs. Nach der Begrüßung durch den Bürgermeister der Stadt Rehna Martin Reininghaus, wird der Historiker und Leiter des Grenzhus Schlagsdorf, Dr. Andreas Wagner, über die Bedeutung der künstlerischen Auseinandersetzung im Kontext der Erinnerungskultur sprechen. Anschließend wird Annette Czerny, Leiterin des Kunstprojekts, Künstlerin und Kuratorin der Ausstellung mit den anwesenden Künstler:innen die Besuchenden durch die Ausstellung führen. Der Eintritt zur Vernissage ist frei.
ORTSZEIT ist ein Kunstprojekt, das sich vergessenen Orten widmet: Orte, die in der Vergangenheit Schauplatz von Unmenschlichkeit geworden und an denen kaum noch Spuren der Geschehnisse zu finden sind. Mit den Mitteln der Kunst werden diese Orte sichtbar gemacht und an die Geschehnisse erinnert.
Bei Neschow im Amtsgebiet Rehna ist solch ein vergessener Ort. „Weite Blicke über sanfte Hügel bis zum Horizont. Eine wunderschöne Landschaft. Maurinmühle. Über die Geschichte(n) des Ortes ist Gras gewachsen, doch etwas hat sich ins kollektive Gedächtnis eingeschrieben“ (Annette Czerny). Aus der einstigen mittelalterlichen Getreidemühle und dem ehemaligen Wohnhaus der Müllerfamilie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts Fremdenpension, Lungenheilanstalt und Erholungsheim. In den 1940er Jahren beginnt schließlich das dunkelste Kapitel dieses Ortes. Unter dem nationalsozialistischen Regime wurde die Anlage zum Kinderheim und zur „Ausländerkinder-Pflegestätte“. Unter andrem wurden Kinder und Säuglinge polnischer, ukrainischer und russischer Zwangsarbeiterinnen dort untergebracht und bewusst vernachlässigt. Die physischen Spuren dieser grausamen und tödlichen Zustände in Maurinmühle wurden später durch das DDR-Regime beseitigt und Zeitzeug:innen und ihre Nachkommen schwiegen.Der Historiker Lukas Augustat hat über das Kinderheim geforsch